Wie schlage ich gegen die Bespannung, um deren Klang aufzunehmen?

Um den Zustand einer Bespannung zu prüfen, legst Du Dein Smartphone vor Dich, klickst „MESSUNG STARTEN“. Dann hältst Du den Schläger nah ans Mikrophon und klopfst gegen die Bespannung. Das kannst Du grundsätzlich mit jedem festen Gegenstand machen. Am häufigsten werden aber der Handballen oder der Rahmen eines anderen Schlägers dazu genutzt.

Falls Du mit dem Rahmen eines anderen Schlägers gegen die zu prüfende Bespannung schlägst, achte bitte darauf, dass außen am Rahmen keine Ösen herausstehen. Diese verfälschen den Klang und ziehen die Messung in die Länge. Außerdem könntest Du damit Deine Bespannung beschädigen. Alternativ wähle lieber den Griff eines Schraubenziehers, einen Esslöffel, ...

Was bedeuten die farbigen Kreise um den stringster-Messwert in kg oder lbs?

Die stringster-App zeigt Dir das Ergebnis jeder Bespannungshärten-Messung in einem farbigen Kreis. Die Farben grün, gelb und rot stehen dabei für „frisch“, „ok“ und „ermüdet“.

Sie stehen nicht für „hart“, „mittel“ und „weich“!

Warum fragt die stringster-App ab, ob mit oder ohne Pre-stretch besaitet wurde?

Elektronische Bespannungsmaschinen haben eine Vordehnungsfunktion (Pre-stretch). Man kann die Saiten um z.B. 10% vordehnen, bevor man sie auf die gewünschte Spannung ablässt. Ob mit oder ohne Pre-stretch besaitet wurde, hat einen deutlichen Einfluss auf die Interpretation des Klangs der Bespannung.

Um ein korrektes Messergebnis zu erhalten, musst Du daher in der stringster-App beim Einrichten einer neuen Saite „mit Pre-stretch“ anklicken, falls Deine Bespannung mit Pre-stretch durchgeführt wurde.

Wann ist eine Besaitung mit Pre-stretch sinnvoll?

Pre-stretching entstand in einer Zeit, als Naturdarmsaiten noch nicht so perfekt produziert wurden wie heute. Durch das kurzzeitige Vordehnen mit erhöhter Zugkraft konnten sich die Fasern der Saite fester ineinander setzen, und die gewünschte Spannung blieb länger erhalten. Auch wenn Naturdarm-Saiten heute stabiler produziert werden als früher, empfehlen die meisten Besaiter nach wie vor die Anwendung von Pre-stretch für diesen Saiten-Typ.

Im Badminton werden heute allerdings fast nur noch Kunstsaiten verwendet. Und bei Kunstsaiten ist der Effekt von Pre-stretch sehr umstritten. Auch unsere Messungen konnten bisher nicht bestätigen, dass die bestellte Bespannungshärte durch Pre-stretch länger erhalten bleibt. Es bleibt dagegen der Nachteil, dass durch Pre-stretch die Elastizität der Saite von vorn herein reduziert wird.

STRINGSTER-TIPP: Falls Du normalerweise mit 10% Pre-stretch bespannen lässt, teste doch alternativ mal eine Bespannung ohne Pre-stretch – und dafür mit 5% höherer Spannung als sonst.

Wie verändert ein Saiten-Logo die Eigenschaften einer Bespannung?

Viele Besaiter versehen die fertige Bespannung am Ende mit einem großen Logo, um das „Sägen“ der Saiten aneinander zu reduzieren. So hält die Bespannung etwas länger.

Die beim Aufbringen des Saiten-Logos aufgetragene Farbe dämpft die Schwingung der Bespannung. Das Messergebnis mit stringster fällt dadurch um ca. 100–200 Gramm niedriger aus – je nachdem wie viel Farbe verwendet wurde.

Eine mit 10,5 kg gemessene Bespannung mit frischem Saiten-Logo hat also in Wirklichkeit eine Bespannungshärte von ca. 10,6 kg bis 10,7 kg.

Welchen Einfluss haben Temperaturschwankungen auf das Messergebnis?

Alle Badminton-Saiten reagieren mehr oder weniger stark auf Temperatur-Schwankungen. Schon Temperaturunterschiede von 5-10 Grad können z.B. durchaus einen Unterschied bis zu 200 Gramm bei der gemessenen Spannung verursachen.

Starker Hitzeeinfluss (z.B. Schläger im Sommer im Auto liegen zu lassen) führt zu einem nachhaltigen Abfall von Härte und Elastizität der Bespannung. Im Extremfall ist die Bespannung danach sogar komplett unbrauchbar.

“Don’t let dead strings kill your game!”
P. V. Sindhu, Indien